Die demokratische Mitte muss ran

Keine Angst haben vor Rechts oder Links, sondern Maßstäbe setzen, die zukunftsweisend sind. 70 Jahre Frieden ist ein Faustpfand und sollte uns stark machen, der Gewalt, dem Hass und der Unvernunft radikaler Elemente die Stirn zu bieten. Die Demokratie muss wieder zu einem Haus mit festen Grundmauern werden. Einem Haus mit breiten Türen, die 24 Stunden am Tag geöffnet sind, um eine breite Gesellschaftsschicht zu empfangen.


In diesen Tagen hat sich dieses Haus jedoch zu einem Dampfkessel gewandelt, in dem viele Dampfplauderer ihren Platz finden wollen. So geht's nicht. In der Politik brauchen wir wieder mehr Visionäre, die Verantwortung übernehmen und fähig sind, die Bürger für die Politik zu begeistern. Nur so ist es möglich zukünftige Projekte anzugehen, die auch von den Wählern angenommen werden. Bedauerlicherweise bestimmen z.Zt. viele Aufmacher die Politik. Ein beliebtes Thema steht im Vordergrund und betrifft alles was Bundeskanzlerin Angelika Merkel „falsch“ macht. Dabei sollte man doch bedenken, was heue falsch ist kann morgen richtig sein. Oder auch umgekehrt, gerade so wie es das Weltgeschehen mit sich bringt. Deutschland ist keine Insel, aber Dreh- und Angelpunkt, wenn es um tragfähige Entscheidungen für Europa geht. Der russische Präsident Wladimir Putin weiß die Rolle von Bundeskanzlerin Angelika Merkel für ein starkes Europa richtig einzuordnen. Deshalb machte er die Flüchtlingskrise zu seinem Werkzeug um die Rolle Merkels innerhalb Europas zu schwächen. Wer das nicht erkennen will, wird sich später einmal fragen müssen, welchen Wert er Europa beimessen will. Deutschland braucht ein starkes Europa und z.Zt. macht die Kanzlerin ihre Sache gut. Vielleicht ist ihr Schweigen mehr als Taktik zu betrachten und nicht als Schwäche auszulegen. So könnte es sein, dass Frau Merkel im Fall Jan Böhmermann der deutschen Justiz vertraut und diese keine Anklage gegen Böhmermann erhebt. Das würde Erdogan ganz sicherlich nicht gefallen, der Demokratie in der Türkei aber wieder mehr Aufrieb geben. Sonst wird Erdogan für Europa zu einer dauerhaften Belastung und die EU zum Spielball geopolitischer Interessen.