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| Was den Einen zur Freude gereicht, wird den Anderen zum Alptraum |
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Schon einmal hatten wir in unserem Beitrag „ Der Computer - eine sensible Schnittstelle“ darauf hingewiesen, dass mit dem Ankauf von Datenträgern, die unrechtmäßig zur persönlichen Bereicherung beschafft wurden, eine potentielle Gefahr ausgeht. Datendiebstahl bleibt Datendiebstahl. Solange dieser Begriff je nach Sachlage einer unterschiedlichen Betrachtungsweise zugeordnet wird, solange wird der Diebstahl von Dateien den Datendieben immer mehr erfreute Abnehmer aus allen Bereichen der Politik, Wirtschaft, den Medien bis hin in die geheimsten Forschungsbereiche, zuführen. 250.000 vertrauliche und geheime Dokumente für jeden einsehbar im Internet!
Wikileaks-Gründer Assange hat der Welt vorgeführt, welchen politischen
und wirtschaftlichen Sprengstoff Datensätze enthalten können, die durch
Datenmissbrauch öffentlich gemacht werden. Schlimmer noch ist, dass alle
Medien sich wie hungrige Wölfe auf diese öffentlich gemachten Dateien
stürzen und durch ihr Mitwirken geheime Dokumente wirklich in jedem
Winkel dieser Erde einsehbar machen. Wie leichtfertig ist man jedoch mit
der Datensicherung derartiger Dokumente umgegangen? Es waren und sind
doch Dokumente, die nur für die USA Administration bestimmt waren und
nicht wie in einem Selbstbedienungsladen allen Interessenten und
Nichtinteressenten zur Verfügung stehen. Wie hoch der Vertrauensschaden
sein wird vermag noch niemand zu sagen. Fragen muss man sich aber auch
mit welchen Datensätzen die Welt noch überrascht wird. Die USA
Administration strebt nach höchster Sicherheit für ihr Land.
Verständlich, wenn man an die Ereignisse des 11. September 2001 denkt.
Noch mehr Verständnis muss man dafür aufbringen, wenn man die vielen
danach verhinderten Anschlagsversuche berücksichtigt. Die USA überladen
sich aber mit einer Datenflut an Informationen, die nachweislich in der
Vergangenheit immer wieder beinahe zu ernsthaften Katastrophen geführt
haben. Oft waren es glückhafte Zufälle, die einen Anschlag verhinderten.
Wir Europäer müssen uns jedoch noch mehr fragen, wie sicher sind unsere
umfangreichen Datensätze, die wir den Amerikanern zu ihrem Schutz zur
Verfügung gestellt haben? Es gibt also Fragen, viele Fragen, die nach
Antworten suchen. Wie z. B. kann es sein, dass Wikileaks so an medialer
Macht gewinnt ohne sich durch eine feste Adresse zu präsentieren? Oder
haben wir ein gültiges und überprüfbares Impressum übersehen? Gibt es
hier überhaupt einen Unterschied zwischen den gesichtslosen Strukturen
und Wikileaks? Sicher der Gründer von Wikileaks ist bekannt und sein
Gesicht kennt auch jeder, der sich für die vielen Stories von Wikileaks
interessiert. Es könnte aber der
Zeitpunkt eintreten, der jedem Internet Nutzer vor Augen führt, dass er
sich dem Computer willenlos unterordnet, ja sogar bedingungslos
ausliefert. Die Freiheit des Einzelnen und die Demokratie haben sich
dann so ganz nebenbei verabschiedet. Wer Wikileaks begierig zur
Pflichtlektüre macht, muss sich nicht wundern, wenn die Gegner einer
freien Weltordnung an Zulauf und damit Macht gewinnen. - Macht gewinnen
auch über unser aller Schicksal!
Wer eine derartige Fülle von Datensätzen in so kurzen Abständen liefern kann, hat mehr Macht als Regierungen und das macht Angst. |
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