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20 Milliarden $ und kein Ende? Drucken
Das ist Negativrekord in Sachen Kapitalvernichtung. Sicher, in der Welt der Finanzen sind das nur Peanuts, denn da sprechen wir doch gleich von weit größeren Zahlen. Wir wollen hier nicht von den Riesenpleiten berichten, die nur durch die Regierungen verhindert werden konnten.

Wir meinen aber, dass die Ölpest in der Golfregion ein weit schlimmeres Problem für die nächsten Jahre darstellen wird. Hier wird keine Regierung helfen, zumindest nicht in der notwendigen Strategieplanung. In der Finanzkrise, welche die Wirtschaftskrise nach sich zog waren sich alle maßgebenden Regierungen einig. Hier musste schnell und umfassend gehandelt werden, weil sonst der Zusammenbruch der weltweiten Zahlungsströme zu erwarten war. - Und die Regierungen haben bewiesen, wie sie mit Augenmaß an die Probleme herangegangen sind. Wäre diese solidarisch gewachsene Einsicht aller Regierungen nicht zum Tragen gekommen, würden wir heute nicht schon wieder leichte Entspannungen auf dem Gebiet der Finanzen und der Wirtschaft sehen.
 
Anders verhält es sich an der Ölfront. Die Ölpest ist da und sie ist in einem Ausmaß da, das noch von keinem der zuständigen „Experten“ abzuschätzen ist. Zahlen und Daten sind im Umlauf, die uns schwindelig machen müssen. Es sind aber nicht nur die Zahlen, es ist die Tatsache in welchem Umfang das Meer, die Pflanzen-und Tierwelt und wir Menschen die Suppe auslöffeln müssen. Was wird uns Menschen über die Nahrungskette an Giften aller Art zugeführt, was haben die Menschen in den angrenzenden Regionen des Golfs von Mexiko zu ertragen?  Welche Art von Erkrankungen haben die Einwohner an den Küstenregionen, ja vielleicht auch weiter im Inland zu erwarten? Wie viele Existenzen werden nachhaltig gestört oder sogar vernichtet?  Haben diese Menschen Schuld an dieser von Menschen gemachten Katastrophe? Wohl kaum. Viele von ihnen hatten immer die Natur im Auge, sie liebten das Meer, sie liebten den Geruch des Meeres. Viele Fischer fuhren morgens als noch viele andere Bewohner schliefen mit ihren Booten, oft auch kleinen Booten, hinaus aufs Meer in Erwartung, einen guten Fang zu machen. Das waren keine Fischer, die das Meer ausraubten. Sie wussten, dass sie nicht nur den nächsten Morgen aufs Meer rausfahren wollten, in der Absicht allerlei an Meerestieren zu fangen, sie dachten auch daran diese Freude in der Verbindung Meer und Existenz an ihre Nachkommen weitergeben zu können. Das ist die eigentliche Tragödie - die Angst geht um und die Frage nach der Antwort: Warum - und warum schon wieder wir?

Trotz massiver Einsätze, um das austretende Öl aufzufangen oder aber das Bohrloch für immer abzudichten treten immer wieder neue Pannen auf.
Das Desaster geht weiter und auch Florida meldet von Ölklumpen an den betroffenen Stränden.

Laut Greenpeace war noch 16 Jahre nach dem Tankerunglück der Exxon Valdez vor der Küste Alaskas im Jahre 1989 keine Entschädigung an die Opfer dieser Katastrophe gezahlt worden und ebenso lange ist die dortige Ölpest gegenwärtig gewesen. Damals traten aus dem verunglückten Tanker zwischen 35 und 40.000 Tonnen Öl aus und zerstörten eine bisher unberührte Küstenlandschaft. Die Folge dieses Tankerunglücks: hunderttausende Vögel und Fische und tausende von Säugetieren verendeten qualvoll. Der Schaden der Anrainer dieser Region ist nicht abzuschätzen. 

Auch wenn im Golf von Mexiko nach einem sehr kostspieligen technischen Aufwand das Bohrloch für immer verschlossen bleiben würde  oder durch andere Maßnahmen das Öl aufgefangen und abgepumpt werden könnte, stellt sich doch die Frage in welchem Umfang dauerhaft die Anrainerstaaten und ihre Bewohner für die durch Menschen verursachte Katastrophe entschädigt werden.

Der Schutz der Meere muss unser oberstes Gebot sein. BP hat es an der Hand aus diesem Fehler zu lernen und die Opfer in angemessener Form und schnell zu entschädigen. Der Verantwortliche der Exxon Valdez hatte diese Botschaft leider nicht verstanden. Es würde den Ölmultis eine bessere Presse bringen, wenn in ihrem Streben nach hohem wirtschaftlichen Gewinn in ihren Bilanzen Mensch, Natur und Umwelt einen höheren Stellenwert einnehmen würden.
Gerade und ganz besonders würde es allen Großkonzernen, speziell den Ölmultis und Energieriesen sehr gut möglich sein, Mensch, Natur und Umwelt in den Vordergrund ihrer Bemühungen zu stellen um somit für uns Normalverbraucher eine Vorbildfunktion zu übernehmen.

Mit dieser Botschaft ließen sich viele Hemmnisse zwischen den Konzernen und uns Bürgern beseitigen. Es wäre eine herausragende und kostensparende Werbung für ein besseres Image. Leichtverständlich und dauerhaft.


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